Pathologie

Subchondrale Sklerose

Verdichtung des Knochens unmittelbar unter dem Knorpel – ein typisches Reaktionszeichen der Arthrose im Röntgenbild.

Die subchondrale Sklerose ist eine Verdichtung der Knochenstruktur unmittelbar unter dem Knorpel. Sie ist eines der vier Kellgren-Lawrence-Kriterien und ein typisches Zeichen, dass der Körper auf Arthrose-bedingten Knorpelverlust mechanisch reagiert.

Was passiert

Wenn der Knorpel dünner wird, fängt der darunter liegende Knochen die mechanische Last direkter ab. Als Reaktion:

  • Der Knochen verdichtet sich (mehr Knochenmasse, weniger Markhöhlen)
  • Im Röntgen sieht man eine weißere, dichtere Zone unter der Gelenkfläche
  • Mediziner sprechen von „Sklerosierung” (lat. skleros = hart)

Das ist im Grunde eine biomechanische Anpassungsleistung — der Körper versucht, das geschwächte Gelenk zu stabilisieren.

Warum sie schmerzhaft sein kann

Der subchondrale Knochen ist anders als der Knorpel stark innerviert — er hat viele Schmerzfasern. Wenn er stärker belastet wird und sich verdichtet, kann er zur wichtigen Schmerzquelle werden:

  • Belastungsschmerz und Ruheschmerz
  • Knochenmarködem (Wasseransammlung im Knochen) — verstärkt den Schmerz dramatisch
  • Im Spätstadium: „Knochen auf Knochen”-Gefühl

Diagnostik

  • Röntgen zeigt die Sklerose als verdichtete Knochenzone
  • MRT macht zusätzlich das wichtige Knochenmarködem sichtbar
  • Der Felson-Studie zufolge korreliert das Knochenmarködem oft besser mit Schmerz als der reine Knorpelverlust

Geröllzysten — die zweite Stufe

Wenn die mechanische Belastung extrem wird, bilden sich im subchondralen Knochen kleine Hohlräume mit gallertartigem Inhalt — die sogenannten Geröllzysten oder „Pseudozysten”. Sie sind ein Zeichen fortgeschrittener Belastung und können selbst schmerzhaft sein.

Behandlung

Die subchondrale Sklerose lässt sich nicht direkt „zurückbilden”. Aber die zugrundeliegenden Schmerzursachen lassen sich beeinflussen:

  • Mechanische Entlastung durch Gewichtsreduktion
  • Stärkung der Muskulatur zur Stoßdämpfung (GLA:D-Programm)
  • Anti-Inflammation bei begleitender Synovialitis
  • Bei massiven Beschwerden im Spätstadium: Endoprothese

Wie auch beim Knorpel: Die strukturelle Veränderung muss nicht gleichbedeutend sein mit chronischem Schmerz. Wer aktiv die anderen Schmerzgeber (Synovialitis, Muskelschwäche) angeht, kann auch bei deutlicher Sklerose lange schmerzarm leben.