Symptom

Heberden-Knoten

Knöcherne Verdickungen an den Fingerendgelenken – das klinische Markenzeichen der Fingerarthrose, vor allem bei Frauen nach der Menopause.

Heberden-Knoten sind die klassischen, sicht- und tastbaren Verdickungen an den Fingerendgelenken (DIP – distale Interphalangealgelenke). Sie sind das Markenzeichen der Polyarthrose der Hand und wurden vom englischen Arzt William Heberden 1802 erstmals beschrieben.

Wie sie aussehen und sich anfühlen

  • Knöcherne Verdickungen an der Ober- und Seitenfläche der Fingerendgelenke
  • Oft schmerzlos im chronischen Stadium, aber sehr schmerzhaft in der Entstehungsphase
  • Können einzelne Finger oder mehrere gleichzeitig betreffen
  • Häufig symmetrisch an beiden Händen
  • In späten Stadien führen sie zu Achsenfehlstellungen der Fingerendglieder

Wer betroffen ist

  • Vor allem Frauen ab dem 50. Lebensjahr
  • Stark genetisch geprägt — wenn die Mutter Heberden-Knoten hatte, ist die Wahrscheinlichkeit für die Tochter deutlich erhöht
  • Häufig nach der Menopause beginnend (Östrogenabfall als Mitfaktor)

Was im Gelenk passiert

Die Heberden-Knoten sind sichtbare Osteophyten — knöcherne Reaktionen auf den Knorpelverlust im Fingerendgelenk. Sie entstehen über Jahre und sind nicht direkt rückbildungsfähig.

Was hilft

Akute Phase mit Schmerzen:

  • Topische NSAR (lokales Gel oder Salbe)
  • Capsaicin-Salbe (von OARSI explizit empfohlen für Handarthrose)
  • Wärme oder Paraffinbäder
  • Bei starkem Schub: kurzzeitig orale NSAR

Langfristig:

  • Handübungen zur Erhaltung der Beweglichkeit und Feinmotorik
  • Orthesen (Schienen) bei Bedarf
  • Anti-entzündliche Ernährung
  • Bei sehr schweren Fällen einzelner Gelenke: Versteifung (Arthrodese) als chirurgische Option

Heberden-Knoten sind kein Schicksal — gerade mit früher Behandlung und Übungen lässt sich die Handfunktion langfristig sehr gut erhalten.