Pathologie

Rhizarthrose

Arthrose des Daumensattelgelenks (CMC1) – sie macht den Zangengriff schmerzhaft und betrifft besonders Frauen nach der Menopause.

Die Rhizarthrose ist die Arthrose des Daumensattelgelenks (auch Karpometakarpalgelenk I / CMC1). Sie ist eine der häufigsten Arthroseformen der Hand und kann den Alltag massiv beeinträchtigen — denn das Daumensattelgelenk ist das Schlüsselgelenk für den kraftvollen Zangengriff.

Anatomie

Das Daumensattelgelenk verbindet den ersten Mittelhandknochen (Os metacarpale I) mit dem großen Vielecksbein (Os trapezium). Es ist ein Sattelgelenk — also in zwei Ebenen beweglich — und ermöglicht dem Daumen seine Opposition, also das Anlegen an die anderen Finger.

Symptome

  • Schmerzen am Daumenballen und an der Basis des Daumens
  • Schmerz besonders bei:
    • Öffnen von Schraubgläsern oder Drehverschlüssen
    • Drehen eines Schlüssels
    • Aufnehmen schwerer Gegenstände mit Daumen und Zeigefinger
    • Knöpfen, Reißverschlüssen
  • Sichtbare Verdickung am Daumenballen
  • Im Verlauf: „Subluxation” — der erste Mittelhandknochen wandert leicht heraus
  • Schwäche beim Zangengriff

Wer betroffen ist

  • Vor allem Frauen (Verhältnis etwa 6:1 zu Männern)
  • Häufig nach dem 50. Lebensjahr
  • Risikofaktoren: Genetik, repetitive Daumenbelastung (Handarbeit, Klavierspielen, Smartphone-Nutzung)
  • Hormonelle Komponente (Östrogenabfall in der Menopause)

Diagnostik

  • Klinische Untersuchung mit dem Grind-Test: Druck und Drehung am Daumensattelgelenk reproduzieren den Schmerz
  • Röntgen in zwei Ebenen — zeigt Gelenkspaltverschmälerung, Subluxation, Osteophyten
  • MRT meist nicht nötig

Konservative Therapie

  • Daumenschiene (Orthese) — von der EULAR explizit empfohlen, vor allem nachts oder bei belastenden Tätigkeiten
  • Topische NSAR, Capsaicin-Salbe
  • Ergotherapie mit Greifübungen und Belastungsanpassung
  • Anti-entzündliche Ernährung

Operative Optionen

Wenn die konservative Therapie nicht ausreicht:

  • Trapezektomie — Entfernung des Os trapezium, mit oder ohne Sehneninterposition
  • Daumensattelgelenks-Endoprothese (gewinnt an Bedeutung)
  • Arthrodese (Versteifung) — selten, da sie die Daumen-Beweglichkeit massiv einschränkt

Die Trapezektomie hat eine gute Langzeitprognose und ist einer der erfolgreichsten Eingriffe in der Handchirurgie. Bei korrekter Indikation und Nachbehandlung können Patient:innen Jahre nach der OP wieder fast vollständig kraftvoll greifen.