Anlaufschmerz
Schmerz beim Wiederbeginn einer Bewegung nach längerer Ruhe, der nach wenigen Schritten nachlässt – das früheste typische Symptom der Arthrose.
Der Anlaufschmerz ist eines der wichtigsten Frühsymptome der Arthrose und tritt typischerweise auf, wenn das Gelenk nach einer längeren Ruhephase wieder in Bewegung kommt — morgens beim Aufstehen aus dem Bett, nach längerem Sitzen im Auto oder am Schreibtisch.
Wie sich Anlaufschmerz anfühlt
Die ersten Schritte fühlen sich „schwer”, „blockiert” oder direkt schmerzhaft an. Charakteristisch: Nach 5 bis 20 Schritten klingt der Schmerz wieder ab. Das Gelenk „läuft sich ein”. Genau dieses kurze Schmerzfenster nach Ruhe unterscheidet den Anlaufschmerz vom Schmerz entzündlicher Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis.
Was im Gelenk passiert
Im Ruhezustand verteilt sich die Synovialflüssigkeit aus dem Knorpel heraus, die mechanische Schmierung sinkt. Die ersten Bewegungen erzeugen vorübergehend höhere Reibung — die Mechanorezeptoren des arthrotisch veränderten Gelenks reagieren überempfindlich. Sobald die Synovialflüssigkeit wieder zwischen die Knorpelflächen gewalkt ist, lässt der Schmerz nach.
Abgrenzung zur entzündlichen Morgensteifigkeit
Eine diagnostisch entscheidende Faustregel: Hält die Morgensteifigkeit länger als 60 Minuten an, spricht das eher für eine entzündliche Gelenkerkrankung (z. B. rheumatoide Arthritis). Der typische Arthrose-Anlaufschmerz dauert in der Regel weniger als 30 Minuten.
Was hilft beim Anlaufschmerz
- Tägliche Bewegung — paradoxerweise wird Schonung den Anlaufschmerz verschlimmern
- Warmes Aufwärmen der Muskulatur vor dem Aufstehen (Beine im Liegen bewegen)
- Topische NSAR-Gele in akuten Phasen
- Anti-entzündliche Ernährung zur Reduktion der lokalen Synovialitis
Der Anlaufschmerz ist behandelbar — und seine Reduktion ist ein erstes objektives Zeichen, dass die Therapie wirkt.